Lowland Tapir

Tapirus terrestris

Lebende Fossilien mit unerwarteter Verwandtschaft
Auch wenn der Tapirnachwuchs gestreift ist wie ein Frischling – er ist trotzdem kein Schwein. Vielmehr handelt es sich bei diesem urtümlichen Geschöpf, das sich seit der letzten Eiszeit nicht wesentlich veränderte, um Verwandtschaft der Nashörner und Pferde. Freilich – das hätte man nicht so leicht vermutet. Tatsächlich zählen sie aber wie diese beiden gut bekannten Tierarten zu den Unpaarhufern, die sich durch verschiedene Anzahlen von Hufen auszeichnen (außer zwei, denn das sind die Paarhufer). Der Tapir trägt mehrere Hufe an jedem Fuß: vorne 4 und hinten 3. Gemeinsam mit den Nashörnern haben sie auch die starke Kurzsichtigkeit, die sie in der Dunkelheit allerdings weniger stört.

Sie verlassen sich als Nachtaktive lieber auf ihr scharfes Gehör und den gut ausgeprägten Geruchsinn. Doch nicht nur zum Riechen ist das aus Oberlippe und Nase zusammengewachsene rüsselförmige Organ zu gebrauchen. Es ist ein richtiges Multifunktionsgerät, dem neben der Riech- auch noch eine Tast- und Greiffunktion zukommt. Noch so zarte Triebe können so mit Unterstützung der langen Zunge zwischen den stacheligsten Dornen gepflückt werden. Das Streifenmuster der Jungen, das nach und nach verblasst, hat Tarnungsgründe. Wenn das Kleine im Gebüsch liegt, während die Mutter auf Nahrungssuche geht, ist es somit im Licht- und Schattenspiel des Waldes besser getarnt.

Feucht-fröhliche Lebensgemeinschaft
Flachlandtapire leben bevorzugt in den feuchten Gebieten des Amazonas-Regenwalds. Ihr größter Feind (neben dem Menschen) ist der Jaguar. Um verräterische Duftspuren zu vermeiden, setzen sie deshalb ihren Kot im Wasser ab. Überhaupt sind sie ausgesprochene Wasserliebhaber, die als ausgezeichnete Schwimmer und Taucher viel Zeit im kühlen Nass verbringen.

Schon gewusst?

Vorsicht, wer zu dicht am Zaun steht! Unsere Tapirmännchen beweisen normalerweise ein außerordentlich gutes Ziel, wenn sie zur Reviermarkierung kerzengerade nach hinten urinieren. Der bis zu 4 Meter weit reichende Urinstrahl kann allerdings auch manchmal danebengehen.

Flachland Tapir
Flachland Tapir
Flachland Tapir
Flachland Tapir
Flachland Tapir
OrdnungUnpaarhufer
FamilieTapire
VerbreitungNord- und Zentral-Südamerika: Venezuela bis Nord-Argentinien und Süd- Brasilien
Lebensraum
immergrüner RegenwaldGras- und Buschland, SavanneFließgewässer
Wälder und Buschlandschaften der Niederungen
Nahrung
Pflanzenfresser
Blätter, Triebe, Früchte, Gräser, Wasserpflanzen, Rinde
Aktivität
nachtaktiv
Flachlandtapire sind nachtaktiv
Gewicht150 bis 250 kg
GrößeKörperlänge M 205 cm, Körperlänge W 220 cm, Schulterhöhe 75 - 110 cm
Lebensdauer30 Jahre (Zoo: 35 Jahre)
FortpflanzungDie Paarungszeit ist nicht saisonal gebunden. Nach einer Tragzeit von 13 Monaten kommt ein hellgestreiftes Jungtier, selten zwei, zur Welt, das die Mutter rund 10 Monate lang säugt.
Gefährdung
Stufe 3
Aufgrund des Lebensraumverlustes und illegaler Jagd gilt der Flachlandtapir als gefährdet.
FeindeJaguar, Puma, Krokodil, Mensch

Firmenpatenschaften

zur Website

Privatpatenschaften

Martin Krondorfer

X