Das 125 Hektar große Europaschutzgebiet Nr. 1 „Feistritzklamm/Herberstein“ ist mit über 5.000 registrierten Arten das artenreichste Gebiet der Steiermark. Europaweit wohl einzigartig ist insbesondere die Vielfalt an nachgewiesenen Käfern: 2.300 Arten entfallen allein auf diese Insektengruppe. Diese außergewöhnliche Artenfülle ist zum einen das Ergebnis jahrzehntelanger Forschungsarbeit von Erwin Holzer, zum anderen aber auch der hohen Menge an liegendem, stehendem und dickem Totholz zu verdanken.
Von allen heimischen Gehölzen spielen Eichen eine herausragende Rolle für die Biodiversität. In Mitteleuropa wurden bereits über 1.000 Insektenarten auf Eichen nachgewiesen. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der Große Eichenbock, der in der Steiermark bisher nur aus der Feistritzklamm bekannt ist. Er durchläuft eine mehrjährige Entwicklung im dicken Eichenholz und ist einer von 18 in Österreich nach EU-Recht geschützten Käfern – 13 dieser Arten sind auf Totholz angewiesen.
Der besondere Käferreichtum des Schutzgebietes wird im Haus der Biodiversität ausführlich thematisiert. Dort sind alle nachgewiesenen Arten in einem großen Kasten zu bestaunen. An einer interaktiven Station kann in die Forschung der Käfer eingetaucht werden.
Der Rückgang vieler im Gebiet noch vorkommender Arten ist andernorts vor allem auf „sauber“ gehaltene Wälder ohne dickes Totholz zurückzuführen. Dieses wird für die weitere Verwendung meist am Waldrand oder entlang von Forstwegen gestapelt. Vom Geruch des Holzes angelockt, legen manche Käfer ihre Eier darin ab, werden jedoch vor Abschluss ihrer oft mehrjährigen Entwicklung durch die Nutzung der Stämme vernichtet.