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Meilenstein Nr. 4: Brillenbären in Herberstein

HuBÄRt - eine bärenstarke Ikone

Einer der ersten Meilensteine im Wirken von Tierwelt Chefin Doris Wolkner-Steinberger war die Erweiterung der Tierarten am südamerikanischen Kontinent. Nach Besucherbefragungen, zahlreichen Überlegungen und baulichen Überprüfungen ist die Wahl im Jahr 2008 auf Brillenbären gefallen.

Brillenbären sind im EEP, dem Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen, gelistet, da sie stark gefährdet sind. Die Bedrohung liegt vor allem durch Lebensraumverlust und Wilderei vor. Heimisch sind sie in Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela. Brillenbären gelten als Anpassungskünstler in tropischen und subtropischen Wäldern, wobei 85 % aber in den Bergregenwäldern an den Osthängen der Anden, auf einer Seehöhe zwischen 1800 und 2700 m Seehöhe, wohnen.

Publikumsliebling HuBÄRt, geboren im Jahr 2008 im Tierpark Berlin, ist als Jungtier in den oststeirischen Tierpark übersiedelt. Mit seiner langjährigen Partnerin Lisa – sie wurde im Jahr 1994 im deutschen Zoo Wilhelmina in Stuttgart geboren – hat HuBÄRt seine Teenager-Jahre verbracht. Mit Nachwuchs hat es aufgrund des Alters seiner Partnerin Lisa leider nie geklappt. Nachdem Lisa mit stolzen 24 Jahren verstorben ist, kam mit Brillenbärin Sumaco eine neue Partnerin aus dem Wiener Tiergarten Schönbrunn in das oststeirische Gehege.

Brillenbär DNA

Der Brillenbär verdankt seinen Namen der auffälligen gelblich-weißen Zeichnung, die seine Augen ziert. Manchmal gibt es Brillenbären, denen dieses Merkmal fehlt. Dieses individuelle Merkmal ist wie der menschliche Fingerabdruck.

Sie haben lange scharfe Krallen, mit deren Hilfe sie Pflanzen auseinanderreißen und Bäume erklimmen können, auf denen sie Nachtlager, sogenannte Baumnester, errichten. Sie sind die am stärksten an Bäume gebundenen Bären. Sie sind Allesfresser, die sich überwiegend von Pflanzen ernähren. Tierische Produkte machen nur ca. 4% aus. Brillenbären lieben Bromelien, vor allem die Herzstücke. In manchen Verbreitungsgebieten ernähren sie sich hauptsächlich von Bromelien, wenn diese ausreichend vorhanden sind. Als Samenverteiler spielt er eine wichtige Rolle im Ökosystem. Da die früchtetragenden Äste, von denen sie fressen, nicht stark genug sind, um ihr Gewicht zu tragen, errichten die Bären normalerweise Fressplattformen im Geäst.

Der Brillenbär ist menschenscheu und meidet Siedlungen. Nur wenn er durch das knappe Futterangebot gezwungen ist, vergreift er sich gelegentlich an Haustieren wie Lamas, Rinder, Ziegen oder Schafe.

Brillenbären halten keine Winterruhe. Die Paarungszeit variiert in den unterschiedlichen Lebensräumen recht stark und liegt zwischen März und Oktober. Die Paare bleiben ein oder zwei Wochen zusammen, und in dieser Zeit paaren sie sich mehrmals täglich. Danach trennen sie sich wieder. Brillenbären gelten als Einzelgänger, wenn sie erwachsen sind. Bis jetzt hat es in der Tierwelt Herberstein mit Nachwuchs noch nicht geklappt, wir hoffen auf die Zukunft. Tipp: Die kommentierten Fütterungen bieten für Besucher*innen einen tollen Einblick.

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